Montag, 1. November 2010

Window♥

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Nun saß sie also da. Lies ihren Gedanken freien Lauf. Der Mond schien sie an. Sie konnte die Sterne sehen. Fast als wolle ihr jemand sagen: 'Schau, der Mond steht da oben. Da wo er immer steht. Er dreht immer seine Runde. Jedes mal aufs neue. Du kannst ihn nicht immer sehn, aber er kommt immer wieder zurück. Er bleibt nicht für immer weg. Und die Sterne, sie stehen da. Stark, wie sie sind. Lachen dich an. Sie stehen da immer. Und sie gehen nicht weg, sie lassen dich nicht allein. Stark wie sie sind..' Und sie musste lachen, kein vergnügtes oder glückliches Lachen, ein bitteres Lachen. Sie lachte darüber, welche Ironie diese Sätze in sich hatten. Welches Zeichen von Schwäche es war, Halt bei Sternen zu suchen. Und sie dachte wieder nach, über das Vergangene, über das Bevorstehende, und darüber, was gerade passierte, was gerade mit ihr passierte. Und darüber, wie sie sich verändert hatte, wie sie stärker geworden ist mit der Zeit. Sie dachte darüber nach, ob der Weg, den sie gewählt hatte der Richtige war. Sie war sich sicher, er war nicht der Richtige, doch jetzt war es zu spät, jetzt konnte sie nichts mehr ändern. und als sie es noch ändern konnte, da hätte sie es nicht ändern wollen. Denn is schien ihr der einfache Weg zu sein. Der Weg, der sich angeboten hat. Als hätte ihr jemand sagen gewollt: 'Tu es, es hilft dir, so kommst du besser klar, es tut dir nur gut. Es ist das, dass dir am besten tut. Der richtige Weg.' Und sie dachte darüber nach, wer Schuld hatte, wer etwas hätte ändern können, wer es hätte verhindern können. Aber sie fand nichts. Niemand, dem sie die Schuld geben könnte, niemand, der es verdient hätte, dafür beschuldigt zu werden. Niemand der nicht versucht hat, das beste daraus zu machen. Ihre Gedanken gingen immer schneller und wirrer, wenn es niemand hätte ändern könne, war es denn dann ihr Schicksal, dass es so weit kommt, war es dann von Anfang an geplant, dass sie das durchleben muss, war sie dazu verdammt, so zu leben, so zu enden.. Aber wo war der Sinn des ganzen. Warum musste es so kommen, warum sind diese Sachen passiert. Warum? Und sie merkte gar nicht mehr, wie sehr sie frohr, sie hatte ganz vergessen, dass sie am Fenster saß, dass es regnete.. Es regnete? Oder waren es ihre Tränen? Ihre Tränen? Sie weinte? Oder regnete es doch? Ihre Füße schmerzten schon, weil es so kalt war. Sie blickte nach oben, zum Mond. Wischte sich die Tränen aus dem Gesicht, atmete tief durch. Lächelte. Ein überzeugendes Lächeln, kein echtes, aber ein Überzeugendes. Dann blickte sie sich um, lies sich nach hinten in ihr Bett fallen und blieb liegen, so lang, bis sie einschlief. Nicht unter Tränen, lächelnd. Lächelnd, um lächelnd aufzuwachen, um lächelnd aus dem Haus zu gehen, um lächelnd den Tag hinter sich zu bringen. Und dass alles nur, um dann wieder weinend am Fenster zu sitzen.
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